Forscher finden neue Methode, um gefährliches Bauchfett bei älteren Frauen effektiver abzubauen

Forscher haben eine vielversprechende Methode entdeckt, mit der sich das gefährliche viszerale Fett bei älteren Frauen gezielt verringern lässt. Das könnte besonders für Frauen wichtig sein, die sich von Hüftfrakturen erholen. Durch die Kombination eines topischen Testosteron-Gels mit einem gezielten Trainingsprogramm reduzierten die Wissenschaftler das viszerale Fett (das Fett um die inneren Organe), das mit Erkrankungen wie Diabetes und Herzkrankheiten verknüpft wird.
Wie sich Fett im Alter verschiebt
Mit dem Alter verändert sich die Verteilung des Körperfetts. Subkutanes Fett (unter der Haut) ist normal und hat seine Funktion, während viszerales Fett sich um die inneren Organe ansammelt und mit verschiedenen Gesundheitsproblemen in Verbindung gebracht wird.
Hormonelle Veränderungen treiben diese Umverteilung an, wobei Testosteron eine wichtige Rolle spielt. „Es gibt eine direkte Verbindung zwischen Sexualhormonen und der Fettverteilung im ganzen Körper“, erklärt Jacob Earp, Assistant Professor am College of Agriculture, Health and Natural Resources (CAHNR).
Gängige Gewichtsverluststrategien bei älteren Menschen führen oft zu allgemeinem Gewichts- und Muskelverlust, statt gezielt viszerales Fett abzubauen. Das ist problematisch, weil ältere Menschen gerade während der Genesung auf ihre Muskelmasse angewiesen sind, um Mobilität und Unabhängigkeit zu erhalten. Jacob Earp sagt dazu: „Pauschale Gewichtsverluststrategien sind nicht immer der gesündeste Ansatz.“
Die Studie: Ablauf und Ergebnisse
Die Studie wurde am 12. Januar 2026 veröffentlicht. Untersucht wurden 66 Frauen über 65 Jahren, die sich von einer Hüftfraktur erholten. Die Teilnehmenden wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: eine Kontrollgruppe, die nur an einem therapeutischen Trainingsprogramm teilnahm, und eine Interventionsgruppe, die zusätzlich ein topisches Testosteron-Gel erhielt.
Vor Beginn der Studie bestimmten die Forschenden die Körperzusammensetzung mit einem DXA-Scan (DXA-Scan, zur Messung der Körperzusammensetzung). Nach sechs Monaten zeigte die Interventionsgruppe eine signifikante Reduktion des viszeralen Fetts, während die Kontrollgruppe eine Zunahme an viszeralem Fett verzeichnete. „Dieses Vorgehen hat wirklich den Trend gebrochen und eine selektive Reduktion von Fett in diesem viszeralen Kompartiment verursacht,“ so Jacob Earp. Bemerkenswert ist dabei, dass die Gesamtmenge des Körperfetts in beiden Gruppen unverändert blieb.
Was das für die Behandlung bedeutet
Hüftfrakturen gehören zu den schwerwiegenden Verletzungen im höheren Lebensalter und sind hauptverantwortlich für den Verlust von Unabhängigkeit bei älteren Frauen, da sie fast dreimal häufiger auftreten als bei Männern. Der starke Mobilitätsverlust nach einer solchen Verletzung erhöht das Risiko für weitere Krankheiten und Verletzungen. „Diese sind verheerende Verletzungen, von denen sich die meisten Frauen nie vollständig erholen“, betont Jacob Earp.
Die Studienergebnisse könnten nicht nur die Erholung älterer Frauen verbessern, sondern auch deren Lebensqualität deutlich steigern. „In diesem Fall könnte jede Art von Intervention, die eine positive Auswirkung auf die Gesundheit haben kann, potenziell eine enorme Verbesserung der Lebensqualität für die betroffene Person bedeuten“, erklärt Earp.
Die Erforschung effektiver Methoden zur Verringerung von viszeralem Fett bei älteren Frauen eröffnet neue Perspektiven für Therapien. Diese Erkenntnisse könnten die Gesundheitsprotokolle für ältere Frauen weltweit verändern, indem sie gezielt die gefährlichsten Fettdepots adressieren und so die allgemeine Gesundheit fördern.
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