Trinkwasser: Dieser verbreitete Irrtum kann ernsthafte Folgen haben

Leitungswasser: der Fehler, den viele machen und der gefährlich sein kann
Leitungswasser: der Fehler, den viele machen und der gefährlich sein kann

Leitungswasser ist in Deutschland eine zuverlässige und umweltfreundliche Wahl zum Trinken. Trotzdem gibt es ein paar Vorsichtsregeln, die man beachten sollte, damit keine Gesundheitsrisiken auftreten. Eine davon: morgens das Wasser kurz laufen lassen, bevor man es trinkt. Das ist besonders relevant wegen möglichem Bakterienwachstum in den Leitungen (zum Beispiel Legionellen) und weil manche sich wegen des Klimawandels Sorgen ums Wassersparen machen.

Risiko durch stehendes Wasser

Wasser, das längere Zeit in den Leitungen gestanden hat, wird oft als „Stagnationswasser“ bezeichnet. Bleibt es ungenutzt, kann es zur Brutstätte für Bakterien werden. Die Legionellen, natürlich vorkommende Bakterien in Süßwasser, vermehren sich in warmen Leitungen und können Krankheiten verursachen, die von grippeähnlichen Symptomen bis zu schweren Lungenentzündungen reichen.

Die Verbraucherzentrale rät daher: Wasser, das länger als vier Stunden in der Leitung stand, sollte nicht zur Zubereitung von Speisen und Getränken verwendet werden. Um frisches Wasser zu bekommen, lässt man das Wasser so lange laufen, bis es deutlich kälter ist als das Stagnationswasser. Die Berliner Wasserbetriebe (vertreten durch Astrid Hackenesch-Rump) empfehlen, das Wasser 15 bis 60 Sekunden laufen zu lassen. Das gilt vor allem bei der Zubereitung von Säuglingsnahrung.

Temperatur spielt mit

Die Wassertemperatur ist wichtig, um die Vermehrung von Legionellen zu kontrollieren. Das Umweltbundesamt empfiehlt, dass im Leitungssystem mindestens 55 °C herrschen und am Trinkwasserwärmer 60 °C, um die Bakterien weniger gefahrlos zu machen. Nach einem längeren Urlaub sollte man das Wasser außerdem einige Minuten bei maximaler Temperatur laufen lassen, um eventuell angesiedelte Legionellen abzutöten.

Wasser sparen und trotzdem sicher bleiben

Gesundheit geht vor, aber Wassersparen bleibt wichtig. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Leitungswasser etwa 100-mal günstiger ist als Mineralwasser und klimafreundlicher. Die Mengen, die beim kurzen Laufenlassen anfallen, sollte man aber nicht verschwenden: Das erste lauwarme Wasser lässt sich zum Beispiel in Eimern sammeln und zum Gießen von Pflanzen, zum Putzen oder für die Bewässerung von Stadtbäumen nutzen.

Außerdem helfen kürzere Duschen und wassersparende Duschköpfe, den Verbrauch weiter zu senken.

Sicherheit und ein paar Vorsichtsregeln

Zum Schluss noch die wichtigsten Hinweise: Die Verbraucherzentrale und andere Wasserexperten, wie das Umweltbundesamt und regionale Wasserversorger, betonen immer wieder, morgens Wasser laufen zu lassen und auf die richtige Warmwassertemperatur zu achten. Bei Unsicherheit über die Wasserqualität kann man das Wasser privat auf Legionellen testen lassen (zum Beispiel über Angebote wie wassertest-online.de).

In einer Zeit, in der Umweltschutz und Gesundheit Hand in Hand gehen müssen, ist es wichtig, informiert zu bleiben und bewusste Entscheidungen zu treffen. Wenn wir empfohlene Praktiken befolgen und gleichzeitig neue Wege zur Wassernutzung finden, lassen sich sicherer Trinkgenuss und der Schutz unserer Umwelt gut miteinander verbinden.