Jahrhundertfund: Chinesische Forscher entdeckten ein Lebewesen, das sich auf dem Mars entwickeln kann

Chinas „Supermoos“: ein wissenschaftlicher Durchbruch für die Raumfahrt
Chinas „Supermoos“: ein wissenschaftlicher Durchbruch für die Raumfahrt

Wissenschaftler des Instituts für Ökologie und Geographie von Xinjiang, einer Abteilung der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, haben eine Entdeckung gemacht, die für die Raumfahrt weltweit Bedeutung haben könnte. In einem Bericht der Zeitung Global Times aus dem Monat März wird über eine bemerkenswerte Pflanze, das sogenannte „Supermoos“ Syntrichia caninervis, berichtet, das als möglicher Schlüssel für die Kolonisierung des Weltraums angesehen wird.

Wie das „Supermoos“ entdeckt wurde

Syntrichia caninervis, auch als Wüstenmoos bekannt, zeigte im Rahmen eines groß angelegten Forschungsprojekts außergewöhnliche Fähigkeiten. Ziel der Studie war es, die Widerstandskraft von Lebewesen in extrem feindlichen Umgebungen zu testen, vor allem unter simulierten Marsbedingungen. Dabei stand die Frage im Vordergrund, wie gut dieses „Supermoos“ überlebt und sich regeneriert; Eigenschaften, die für künftige Raumfahrtmissionen besonders interessant sind.

Womit das Moos so beeindruckt

Eine der auffälligsten Eigenschaften von Syntrichia caninervis ist seine Fähigkeit, eine zelluläre Dehydration von mehr als 98 % zu überstehen. Außerdem hält das Moos Temperaturen bis zu −196 °C aus und widersteht mehr als 5000 Gy Gammastrahlung. In simulierten Marsbedingungen kann es sich regenerieren, sobald wieder geeignete Umweltbedingungen vorliegen; es „startet sein Wachstum neu und wird wieder grün“.

Seine Überlebensfähigkeit beruht auf morphologischen und funktionellen Merkmalen, etwa überlappenden Blättern, die die Wasserverdunstung verringern, und weißen Blattspitzen, die starkes Sonnenlicht reflektieren. Das Moos kann in extremen Umgebungen einen selektiven metabolischen Winterschlaf einlegen und sich wieder erholen, sobald die Bedingungen günstiger werden.

Nächste Schritte: Forschung und Pläne fürs All

Die Forscher planen, die Fähigkeiten des „Supermoos“ weiter zu prüfen und Experimente an Bord von Raumfahrzeugen durchzuführen. Untersucht werden soll, wie das Moos auf Mikrogravitation und verschiedene Formen ionisierender Strahlung reagiert (also Bedingungen, wie sie im Weltraum vorkommen). Ziel ist es, die physiologischen und molekularen Grundlagen seiner Widerstandsfähigkeit zu entschlüsseln und die zugrundeliegenden Signalwege und Regulationsmechanismen zu erforschen.

Wissenschaftlich könnte die Arbeit an Syntrichia caninervis unser Verständnis vertiefen, wie Extremophile überleben und sich regenerieren. Praktisch betrachtet könnte das Moos als Vorbild für biologische Systeme unter marsähnlichen Bedingungen dienen oder sogar eine Rolle bei der Besiedlung des Weltraums spielen.

Chinas Einsatz in der Raumfahrt

China hat massiv in sein Raumfahrtprogramm investiert und dabei beachtliche Erfolge erzielt. Dazu gehört die erfolgreiche Landung der Sonde Chang’e-4 auf der Rückseite des Mondes, das erste Mal, dass das gelungen ist. Außerdem hat China den Mars erreicht und ist nach den Vereinigten Staaten und der ehemaligen Sowjetunion das dritte Land, das auf dem roten Planeten gelandet ist.

Während die Forschung an Syntrichia caninervis weiterläuft, wird deutlich, dass dieses „Supermoos“ einen wichtigen Beitrag zur möglichen Zukunft der Raumfahrt leisten könnte. Die Arbeit zeigt nicht nur Chinas wissenschaftliche Ambitionen, sondern auch den globalen Fortschritt bei der Erschließung neuer Lebensräume.